Mit Kindern auf Spuren des Fairen Handels die Welt entdecken Antje Edler, Fachpromotorin für zukunftsfähges Wirtschaften, Eine Welt im Blick
28. April 2024
Ort: MUK. Lübeck. Uhrzeit: 11.30 – 13 Uhr
“Mit Kindern auf Spuren des Fairen Handels die Welt entdecken” ist unser erster von zwei Workshops, die wir auf der GO.GRØØN anbieten.
Der Faire Handel lädt nicht nur Erwachsene ein zu einem Blick über den Tellerrand: jedes fair gehandelte Produkt erzählt Geschichten von Menschen, die es hergestellt haben, und oftmals von fernen Orten.
Auch (kleine) Kinder können mit Methoden des Globalen Lernens auf Spurensuche gehen – auf spielerische, altersgerechte und kreative Art und Weise. Wächst die Schokolade auf Bäumen? Wer knackt die Nüsse im Supermarkt? Wir stellen Ideen und Ressourcen für Globales Lernen vor und freuen uns auf Austausch mit Eltern, Erzieherinnen, und Grundschullehrerinnen und alle, die es interessiert
18. März 2024 I Abgespecktes EU-Lieferkettengesetz
Nach langem Hin und Her haben am Freitag, den 15. März 2024, die EU-Staaten einem europäischen Lieferkettengesetz zugestimmt. So wichtig und längst überfällig diese Entscheidung auch ist, so blamabel ist sie für Deutschland und so unzureichend ist sie für die Menschen am Beginn unserer globalen Lieferketten.
Denn statt Vorreiter sein zu können, hat sich die deutsche Regierung mit der von der FDP erzwungenen Stimmenthaltung von einer Nichtmalmehr-Fünf-Prozent-Partei vorführen lassen und hat so viel an Glaubwürdigkeit in Europa verloren. Und die nun erfolgten Veränderungen am ursprünglichen Gesetzestext haben das einst ambintionierte Vorhaben arg geschwächt – zulasten von menschenrechten und Klimaschutz.
Wir dokumentieren hier die Einschätzung der Initiative Lieferkettengesetz.
Pressemitteilung vom 15.03.2024
Trotz deutscher Enthaltung: EU-Staaten stimmen für stark abgeschwächtes Lieferkettengesetz
Berlin, 15. März 2024 – Eine stark abgeschwächte Version des EU-Lieferkettengesetzes hat die zentrale Hürde genommen: Der Ausschuss der Ständigen Vertreter des Rats der Europäischen Union (COREPER) stimmte heute für das wichtige Menschenrechtsvorhaben. Damit kann die Richtlinie doch noch vor der Europawahl im Juni verabschiedet werden. Wochenlang und bis zuletzt hatte die FDP versucht, das Gesetz zu Fall zu bringen. Die EU hatte im Trilog-Verfahren eigentlich bereits im Dezember 2023 einen Kompromiss gefunden. Mit einem stark ausgehöhlten weiteren Kompromissvorschlag gelang es der belgischen Ratspräsidentschaft heute, doch noch eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten für das EU-Lieferkettengesetz zu sichern. FDP-Justizminister Buschmann hat auch diesen Kompromissvorschlag abgelehnt, weshalb sich Deutschland bei der Abstimmung enthielt.
„Wir sind erleichtert, dass die EU heute deutlich gemacht hat: Menschenrechte und Klimaschutz sind wichtiger als Profite von Unternehmen um jeden Preis. Nach dem langen Gezerre ist das Gesetz leider stark abgeschwächt und gilt nur noch für wenige Unternehmen – es ist beschämend, dass die Bundesregierung selbst dieser Version nicht zustimmen konnte. Damit hat die FDP nicht nur SPD und Grüne düpiert, sondern auch gegen die breite Mehrheit der Bevölkerung gehandelt”, kommentiert Johanna Kusch, Sprecherin der Initiative Lieferkettengesetz.
Im Vergleich zur Trilog-Fassung sind die Einschnitte im neuen Gesetzesvorschlag enorm. So soll das Gesetz erst 2032 vollumfänglich gelten – und auch das nur für Unternehmen ab 1000 Mitarbeitenden mit einem Jahresumsatz von mehr als 450 Millionen Euro. Damit gilt das EU-Lieferkettengesetz nur noch für rund 5.500 Unternehmen in der EU und somit nur noch für ein Drittel der Unternehmen, die ursprünglich erfasst werden sollten. Auch bei den Sorgfaltspflichten für die nachgelagerte Lieferkette gab es nochmals Einschränkungen. Diese betreffen beispielsweise die Verwendung von Pestiziden oder die Entsorgung von Abfällen.
„Wir sind enttäuscht, dass das Vorhaben so ausgehöhlt wurde. Bundeskanzler Olaf Scholz hätte das verhindern können – wenn er die FDP in die Schranken verwiesen und an dem bereits fertigen Kompromiss festgehalten hätte. Stattdessen hat er sehenden Auges hingenommen, dass etablierte EU-Verfahren ignoriert wurden und Deutschland damit in der EU nicht mehr als verlässlicher Verhandlungspartner gilt”, kritisiert Johanna Kusch.
In den kommenden Wochen muss sich das Europäische Parlament zum neuen Kompromisstext positionieren, damit das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden kann.
Faire Lieferketten im Tourismus Antje Edler, Fachpromotorin für zukunftsfähges Wirtschaften, Eine Welt im Blick
26. März 2024
Ort: James Farm. Hörup Uhrzeit: 12 – 15 Uhr
Auf Einladung der TAFF (Tourismus Agentur Flensburger Förde GmbH) wird unsere Fachpromotorin Antje Edler auf dem 7. Netzwerktreffen von Hoteliers aus Schleswig-Holstein, dem sogenannten “Captains Lunch” einen Impulsvortrag zum Thema “Faire Lieferketten im Tourismus” halten.
Film & Gespräch mit Viviana & Mark Uriona, den Macher*innen des Films
Was tust du, wenn dein Zuhause versinkt? Dieser Frage geht der Film “ONE WORD“ nach. Der Dokumentarfilm zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen des Klimawandels auf die westpazifische Republik der Marshallinseln und ihre Bevölkerung. Der Film wurde unter Einbeziehung vieler Einwohner*innen in neunmonatigen Filmworkshops vor Ort entwickelt und gedreht. Diese einzigartige Herangehensweise hat zu einem aufregenden, lebendigen und hoch aktuellem Dokumentarfilm geführt, der eines der wichtigsten Thema unserer Zeit betrifft. „ONE WORD“ macht nachdenklich und verbreitet gleichzeitig trotz allem eine positive Stimmung.
Im Anschluß an den Film werden wir uns mit den beiden Filmemacherinnen, die mittlerweile auf den Marshall-Inseln leben, via Live-Schalte über die aktuelle Situation austauschen.
Der Eintritt beträgt 5 €. Die gesamten Erlösen werden an je eine Organisation in Deutschland und den Marshall-Inseln gespendet, die sich für den Meeresschutz und gegen den Klimawandel engagieren. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, empfehlen wir die Karten im Vorverkauf zu erwerben.
Wir haben diesen Abend gemeinsam mit der Fairtrade-Town St. Peter-Ording sowie dem URBAN NATURE Hotel organisiert. “ONE WORD” ist das diesjährige Openening-Event in St. Peter-Ording im Rahmen der lokalen Aktivitäten zum globalen “Ocean’s Day” am 8. Juni.
Seit Wochen gehen in Deutschland die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straße, um zu zeigen wie bunt und vielfältig unsere Gesellschaft ist – und dass das auch gut so ist. Um dieses Thema bereits in der Kita kindgerecht anzusprechen, haben wir nun ein neues Ausleih-angebot: das Vielfaltspuppen-Set.
Jede der zehn Handpuppen hat besondere Eigenschaften und eine eigene Geschichte, die in einem beiliegenden Buch vertieft werden.
So hat Momo viele Zeichen auf ihrem Kleid, die für verschiedene Religionen stehen. Chino liebt die Musik und obwohl er blind ist steht er nur zu gerne auf der Bühne und rockt.
In Kooperation mit der Initiative Faire KITA hat der Fairhandels-Importeur El Puente zu den Puppen ihre Geschichte in Buchform veröffentlicht. Dabei war die zentrale Frage: Welche Merkmale von Menschen wollen wir einbinden? Alter, Geschlecht, Gesundheit und Religion sind dabei nur einige Punkte.
Die Ausleihe ist kostenlos. Wir bitten nur um Übernahme der Versandkosten.
14. Februar 2024 I Petition-Eilaktion unterschreiben!
Retten wir das EU-Lieferkettengesetz – jetzt!
Die plötzliche Kehrtwende der FDP beim europäischen Lieferkettengesetz hat letzte Woche nicht nur eine Abstimmung im Europa-Parlament verhindert und europaweit für Unverständnis und Empörung gesorgt. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht für all die Menschen, die in Lieferketten unter Menschenrechtsverletzungen leiden und für Gerechtigkeit kämpfen. Sie ignoriert aber auch die vielen Unternehmen wie ALDI Süd, Bayer, Mars, KiK, Tchibo oder VAUDE, die das EU-Lieferkettengesetz unterstützen, weil es ein Gewinn für die deutsche Wirtschaft ist. Und sie beschädigt Deutschlands Ansehen als verlässlicher Verhandlungspartner in der EU massiv. Stimmt Deutschland dem Gesetz nicht zu, steht das ganze Vorhaben auf der Kippe. Der Bundeskanzler kann das verhindern, indem er seine Richtlinienkompetenz nutzt. Denn es ist noch nicht zu spät: Am kommenden Freitag will Brüssel den Weg für das Gesetz freimachen. Der Bundeskanzler sollte sich unmissverständlich positionieren: Deutschland steht für Menschenrechte, Klima- und Umweltschutz ein. Auf die Unterstützung von Deutschland für dieses Vorhaben muss sich die EU ein für alle Mal verlassen können. Die Lieferkettengesetz appelliert daher eindringlich an den Bundeskanzler: Sprechen Sie ein Machtwort und retten Sie das EU-Lieferkettengesetz! Wir unterstützen diesen Appell und hoffen auf viele Mitunterzeichner*innen!
Achtung der Menschenrechte bei Vergabe sicherstellen
Wir haben uns im vergangenen Jahr mehrfach in die Diskussion um ein von der Bundesregierung geplantes Vergabetransformationspaket eingebracht. Die öffentliche Beschaffung soll entbürokratisiert und digitalisiert werden, aber vor allem auch nachhaltiger werden, insbesondere was Klimaschutz und Menschenrechte betrifft. Unser Dachverband, das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI), und andere zivilgesellschaftliche Organisationen haben dazu ein Forderungspapier veröffentlicht, an dem wir mitgearbeitet haben.
Die unterzeichnenden Organistionen sind überzeugt, dass nur verbindliche Vorgaben Unternehmen dazu bringen, Umweltschutz und Menschenrechte umfassend zu beachten und Vorreitern keine Wettbewerbsnachteile erleiden müssen. Daher sollte die Bundesregierung mit der aktuell anstehenden Reform der Vergabe (Vergabetransformationspaket) endlich die Chance nutzen und verbindliche menschenrechtliche Kriterien für alle öffentlichen Auftraggeber gesetzlich verankern und umwelt- und klimabezogene Nachhaltigkeit mit sozialer Nachhaltigkeit und Menschenrechten in Lieferketten zusammenbringen. Mit einer konsequenten nachhaltigen öffentlichen Beschaffung würde die öffentliche Hand einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen sozial-ökologischen Transformation leisten.
(1) Definition von Nachhaltigkeit
Eine nachhaltige Beschaffung muss alle Menschen- und Arbeitsrechte in der Lieferkette des konkret zu be- schaffenden Produkts bzw. Dienstleistung berücksichtigen. Soziale Nachhaltigkeitsaspekte entlang der ge- samtem globalen Lieferkette müssen bei Planung und Umsetzung den gleichen Stellenwert haben wie ökolo- gische Nachhaltigkeitsaspekte.
(2) Verpflichtende Vorgaben per Gesetz
Für die Umsetzung einer nachhaltigen, sozial verantwortlichen Beschaffung braucht es verbindliche Vorgaben zur Einhaltung sozialer und ökologischer (Mindest-)Standards sowie Dokumentations- und Begründungs- pflichten (bei Nichtbeachtung von Nachhaltigkeitskriterien).
(3) Ziele und Monitoring
Um die nachhaltige Beschaffung kontinuierlich auszubauen, braucht es ein aussagekräftiges Monitoring über die Vergabestatistik.
(4) Unterstützungsangebote und Standardisierung
Für eine Professionalisierung und Umsetzung der nachhaltigen Vergabe sind mehr Aus- und Fortbildungen, Schulungen, Informationen und Unterstützung nötig. Hierfür braucht es einen entsprechenden Kapazitäts- aufbau sowie eine Ausweitung der Kompetenzstellen
„Einstieg in die nachhaltige Beschaffung” Grundlagen, Möglichkeiten und gute Initiativen
Freitag, 16. Februar 2024
Ort: online. Uhrzeit: 9 – 11 Uhr
Um interessierten Kommunen den Einstieg in eine nachhaltige Beschaffung zu erleichtern, bieten wir auch in 2024 unser jährliches Online-Seminar an.
Im Fokus dieser Veranstaltung stehen Grundlagen, Möglichkeiten und gute Initiativen in Schleswig-Holstein. Derzeit gibt es vielfältige Bemühungen in den Kommunen nicht nur nachhaltig zu beschaffen, sondern auch die Prozesse und Strukturen nachhaltig zu gestalten. Das Schöne daran: Niemand muss das Rad neu erfinden, denn es gibt bereits viele tolle Beispiele, wie ökologische und faire Beschaffung vor Ort langfristig etabliert werden kann! Einige davon möchten wir Euch vorstellen und konnten Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Verwaltungsebenen aus Schleswig-Holstein gewinnen.
Organisiert wird das Seminar vom Netzwerks für nachhaltige Beschaffung Schleswig-Holstein, dem neben dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI) – vertreten durch uns – auch noch vom Kompetenzzentrum für nachhaltige Beschaffung und Vergabe (KNBV), dem Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) sowie RENN.nord – Schleswig-Holstein.