Aktuelles Fairer Handel
Aktuelles Fairer Handel

Fairtrade-Town Vernetzungtreffen 2025

Fairtrade-Town Fair Trade Fairer Handel Schleswig-Holstein
Inspirierender Austausch unter Gleichgesinnten

Same procedure as every year? Nein. Diesmal nicht. Denn erstmals haben wir gemeinsam mit zwei Fairtrade-Towns zu dem alljährlichen Vernetzungtreffen der Fairtrade-Towns Schleswig-Holstein eingeladen. Anlässlich des zehjährigen Jubiläums als Fairtrade-Town haben so die Kreistadt Bad Oldesloe mit der Ostsee-Gemeinde Stockledorf mit uns das Treffen organisiert und ausgerichtet.

Um es gleich vornweg zu nehmen: eine durchaus gelunge Mischung, die für einen erfolgreichen Tag des Austauschs, der Inspiration und der Motivation sorgte! Wenngleich insgesamt weniger engagierte Vertreterinnen und Vertreter im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) zusammen kamen, waren doch immerhin 17 der 33 anerkannten Fairtrade-Kommunen anwesend. Eine Qute, die sich sehen alssen kann und einmal mehr verdeutlich, wie wichtig der Austausch untereinander ist. Gerade in der derzeitige politischen Großwetterlage, die ja mehr Gegen-als Rückenwind für unsere Anliegen mit sich bringt.

Fairtrade-Towns machen Fairen Handel sichtbar

Das Vernetzungstreffen stand daher auch unter dem Motto „austauschen. inspirieren. motivieren.“ Dies griff dann die Keynote-Sprecherin des Tages, Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin des Weltladen Dachverbands auch auf. Überschrieben mit „Aufgeben ist keine Option!” beleuchtete sie die hohe Relevanz des entwicklungspolitischen Engagements in global turbulenten Zeiten und rief dazu auf, die Sichtbarkeit der fairen Arbeit zu erhöhen und entschlossen fortzusetzen. Sei es als Weltladen oder eben als Fairtrade-Town.

Im Anschluss ging es erneut um den gegenseitigen Austausch. Auf dem MARKT DER MÖGLICHKEITEN stellten die teilnehmenden Kommunen ihre besten Aktionen und Initiativen aus ihren Städten und Gemeinden vor, lieferten Material und ließen sich von den Erfolgen der anderen inspirieren.

Bevor am Nachmittag in drei parallelen Workshops wichtige Aspekte der Fairtrade-Arbeit in Theorie und Praxis mit Expertinnen und Experten aus dem Fairen Handel vertieft wurden, boten die Turnerinnen der „Ostsee-Akrobaten” des ATSV-Stockelsdorf mit ihrem beeindruckenden Programm „Colours of Universe“ ein ganz besonderen “Geburtstagsgruß”.

Nach den intensiv-informativen Workshops ging es mit einem Projekt-Speed-Dating in die letzte Runde. Hier präsentierten wir zusammen mit den Bündnis Eine Welt und den gastgebenden Fairtrade-Towns nachahmenswerte Initiativen bzw. luden zum Mitmachen ein.

Mit dem erfolgreichen Vernetzungstreffen haben wir die Fairtrade-Town-Bewegung in Schleswig-Holstein nicht nur wieder einmal zusammengebracht, sondern hoffentlich mit neuen Impulse und Anregungen motiviert weiterzumachen. Wohin dieses Engagement im positiven Sinne führen kann, haben ja die anwesenden Fairtrade-Towns (bzw. Insel) Lübeck und Fehmarn gezeigt – wurden sie doch jüngst in ihren jeweiligen Kategorien als “Faire Haupstadt 2025” ausgezeichnet!

Eine Dokumentation wird demnächst online gestellt.

Bildrechte

KuB Bad Oldesloe

Fachtag Faires Merche 2025

Fair Trade Merche
FH Westküste Fachtag
Erfolgreicher Fachtag in der FH Westküste


Zusammen mit der Fachhochschule Westküste, dem Kompetenzentrum für Nachhaltige Beschaffung und Vergabe (KNBV), der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) sowie unserem Projektpartner Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI e.V.) hatten wir am 8. Oktober zu einem Fachtag in die FH eingeladen. Mit fast 80 Gästen aus dem Stadt- und Tourismusmarketing, davon 30 online, war er ein toller Erfolg!

Los ging es vormittags mit spannenden Vorträge zu nachhaltigem Tourismus, global justice und nachhaltiger Markenführung, dazu gab es inspirierende Praxisbeispiele aus Niebüll und Norderstedt. In den Workshops wurden Herausforderungen einer nachhaltigen Beschaffung diskutiert und am Beispiel verschiedener Produktgruppen Möglichkeiten für fair gehandelte Alternativen aufgezeigt.

Faires und nachhaltiges Merchandising im Stadt- und Tourismusmarketing

Auf dem Markt der Möglichkeiten konnten die Teilnehmer*innen faire Produkte entdecken, netzwerken und sich austauschen. FairHandler aus ganz Deutschland, darunter auch Sonnenglas und Matarenda aus Dithmarschen, präsentierten die große Vielfalt fair gehandelten Merche.

Fair Trade Faires Merche Merchandising Filz
Faires Merche aus Filz
Fair Trade Faires Merche Merchandising Speckstein
Faires Merche aus Speckstein
Fair Trade Faires Merche Merchandising Recycling-Blech
Faires Merche aus Recycling-Blech
Dokumentation

Du möchtest noch einmal gerne das Gehörte nachlesen? Oder Dich von Anregungen für das eigene faire und nachhaltige Stadt- und Tourismusmarketing inspirieren lassen? Dann lade Dir gerne einfach die passende Datei herunter. Wir haben sie auf der Projektseite vom Bündnis Eine Welt online gestellt.

AUSSTELLUNG Handel im Wandel

Ausstellung
Handel
Eiderstedt
Fairer Handel
Gewürze
globalisierung
Haus Peters
Vom Kolonialwarenladen zum Supermarkt.

Handel im Wandel – das ist ein wilder Ritt durch die Geschichte des Handels auf Eiderstedt seit dem 16. Jahrhundert. Königreiche kamen und gingen, Städte wurden groß und verloren wieder an Bedeutung, Handelswege änderten sich und beeinflussten damit Transportrouten und Waren. Neue Waren wurden importiert, große Mengen Rinder und Käse exportiert. Wie immer verdienten wenige viel Geld und viele mussten schwer arbeiten.

Das Museum “Haus Peters” in Tetenbüll auf Eiderstedt hat zu diesem Thema eine spannende kulturhistorische Ausstellung erarbeitet. Entstanden ist eine Entdeckungsreise der besonderen Art durch die Handelsgeschichte der nordfriesischen Halbinsel.

Beleuchtet werden Aspekte wie Handelswege auf Eiderstedt und in alle Welt, der florierende (Käse- und Rinder-) Handel mit England sowie die Geschichte von Lüsterkeramik als das Top-Mitbrinsgel der Seeleute im 18. Jahrhundert.

Die Ausstellung blickt auch auf die Schattenseite des Handels. Denn die Handelsgeschichte Eiderstedt ist wie so viele eine Geschichte von Kolonialsmus und Globalisierung. Das Haus Peters scheut diese Auseinandersetzung nicht und schafft mit entprechenden Tafeln Raum für Diskussion.

Wandel durch Handel – ein Motto des Fairen Handels – wird ebenfalls aufgegriffen. Das Haus Peters hat uns deshalb eingeladen den Weg vom kolonialen Warenhandel bis zum Fairen Handel nachzuzeichnen. Und so widmen sich zwei Tafeln diesem Thema anhand von Kakao, Kaffee und Gewürzen.

Ausstellung
Handel
Eiderstedt
Fairer Handel
Gewürze
Haus Peters

AUSTELLUNGSERÖFFNUNG

Die Ausstellungs wird
am Samstag, den 18. 10. 2025,
mit Kaffee und Kuchen
um 15 Uhr
eröffnet und ist dann bis März 2026 zu sehen.

RAHMENPROGRAMM

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm. Unter anderem mit einer Vortragreihe zu den Themen der Ausstellung. Wir freuen uns sehr auch da dabei sein zu dürfen. Und sogar den Auftakt zu machen!

Am 23. November 2025 wird es zur Nachmittagszeit um den Handel mit Gewürzen gehen und wie der Faire Handel der immer noch allgegenwärtigen Kinderarbeit, dem Einsatz von Pestiziden sowie den oftmals schlechten Arbeitsbedingungen und Bezahlungen im Gewürzanbau entgegentritt und für mehr Fairness für die zumeist kleinbäuerlichen Familien sorgt.

So schmeckt Fairness

Frühstück für mehr Fairness – bestens besucht!

Marco Klemmt

Mit über 60 Besucherinnen und Besucher war das Frühstück, zu dem wir zusammen mit der Kirchengemeinde Heide am Samstag, den 14. Juni, eingeladen hatte, ein schöner Erfolg.

„Wir freuen uns sehr über den unerwartet großen Zuspruch zu unserem ersten Fairen Frühstück“, sagt Lena Schumacher, Vorstandsmitglied vom Verein Eine Welt im Blick. Bei herrlichem Sommerwetter konnten die Gäste unter dem Motto „So schmeckt Fairness“ dieses besondere Frühstück geniessen. Denn, ob Kaffee, Tee, Kakao, Orangensaft, Marmeladen, Zucker, Nuss-Nougat-Creme, würzige und süße Aufstriche oder Honig – all diese Zutaten stammen aus Fairem Handel.

Sie stehen für bessere Arbeitsbedingungen für Produzent*innen und Arbeiter*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika, für Mindestpreise als Sicherheitsnetz gegen Schwankungen auf dem Weltmarkt und zusätzliche Prämiengelder für Gemeinschaftsprojekte sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Für all das sollte das Frühstück sensibilisieren. „Denn“, so unsere Vorständin Lena Schumacher, “Klimaschutz und Handelsgerechtigkeit gehen uns alle an. Daher ist es schön zu sehen, dass so viele Gäste heute mit der ersten Mahlzeit des Tages ein Zeichen für mehr Fairness gesetzt. Sozusagen fair in den Tag zu gestartet sind.“

Manche blieben zwar nur kurz für einen Kaffee, andere hatten Familie oder Freundinnen mitgebracht und blieben länger als eine Stunde. So ergaben sich zahlreiche anregende Gespräche, es wurden neue Kontakte geknüpft und wir bekamen viel Lob für die Idee solch ein Open Air Frühstück zu machen.

Es blicken auf ein erfolgreiches faires Frühstück zurück: das Team von Eine Welt im Blick

Zum Fairen Handel gehören auch die Aspekte von Klimagerechtigkeit und klimaschonendes Essen. Aus diesem Grunde gab es – bis auf ein wenig Kuhmilch zum Kaffee – ausschließlich vegetarische oder vegane Zutaten. Die regionale Produkte, wie etwa die Brötchen, kamen alle aus dem Bio-Anbau. „Da biologisch erzeugte Lebensmittel in der Regel klimafreundlicher als konventionelle sind, gehörten die natürlich auch auf unseren fairen Frühstückstisch“, erklärt Marco Klemmt, Fachpromotor für zukunftsfähiges Wirtschaften beim Verein. Mit der Mischung aus fairen und regionalen Produkten konnte so der Zusammenhang zwischen bäuerlicher Landwirtschaft im Globalen Süden und hierzulande sehr anschaulich hergestellt werden.

„Alles in allem also ein Frühstück, das Appetit auf mehr macht“, ist sich Marco Klemmt sicher und freut sich schon auf das nächste Faire Frühstück.

WELTSPIEL ON TOUR

SOMMERTOUR

Weltspiel tingelt die Westküste entlang

Wir nutzen die Sommermonate, um mit unserem Weltspiel in mehreren Orten an der Westküste bei verschiedenen Events spielerisch für globale Zusammenhänge zu sensibilisieren.

Fest eingeplant sind bereits folgende Orte:

5. Juni 2025HeideHeider Kinderfest
25. und 26. Juli 2025St. Peter-OrdingHAEDI-Nachhaltigkeitsfestival
27. Juli 2025Albersdorf25. Albersdorfer Steinzeitmeile
30. August 2025MeldorfMeldorfer Hafenfest

Weitere Termine sind noch in Planung.

Die Sommertour findet im Rahmen von und wird finanziell unterstützt von Logo der BINGO Stiftung, transparent

Bildnachweis

Marco Klemmt

Ausstellung Fairer Handel in Husum

Afrikanische Frau transportiert eine Bananenstaude auf ihrem Kopf trsn
KONSUM MIT KÖPFCHEN

Ausstellung zum Fairen Handel und Nachhaltigkeit

THEMA FAIRER HANDEL

Rathaus. Foyer.
Zingel 10

THEMA NACHHALTIGKEIT

Nordfriesland Museum. Nissenhaus.
Herzog-Adolf Straße 25

Die Ausstellung, gemeinsam im Rahmen von „fair am meer.“ präsentiert vom Verein EINE WELT IM BLICK und der der Fairtrade-Town Husum, richtet sich an Erwachsene und Schüler*innen ab Jahrgangsstufe 9. Der Eintritt ist frei.

Der Ausstellung findet statt im Rahmen von

und wird finanziell unterstützt von der BINGO UmweltlotterieLogo der BINGO Stiftung, transparentund dem Fairen Kreis Nordfriesland ..

Bildrechte

Afrikanische Frau transportiert eine Bananenstaude auf ihrem Kopf trsn Gunnar Mallon/pixabay

Daniela Buchholz / biz

WELTSPIEL-WORKSHOP

WORKSHOP
DAS WELTSPIEL – METHODEN, MÖGLICHKEITEN & MEHR

Mit diesem Workshop wollen wir Multiplikator*innen – zum Beispiel aus den Weltläden oder den Fairtrade-Towns – in die Lage versetzen, das Spiel selbstständig umzusetzen. Dazu werden Methoden und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten dargestellt. Und es wird Raum zum Selberausprobieren geben.

Referentin: Anna-Lilja Moll.

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.

Der Workshop findet statt im Rahmen von

und wird finanziell unterstützt von der BINGO Umweltlotterie.

Themenspecial fair, aber zu teuer?

THEMENSPECIAL Fair, aber (zu) teuer?

Steigende Preise, knappe Kassen … Da mag ein fair gehandeltes Produkt manchmal als Luxus erscheinen. Aber ist das wirklich so? Sind fair gehandelte Produkte teurer? Die Antwort ist: Jein.

Was fair gehandelte Produkte tendentiell teurer macht

Ein wesentliches Prinzip des Fairen Handels sind faire Preise und Löhne für Produzent*innen. Durch eine bessere Bezahlung gerade am Anfang der Produktionskette erhöhen sich natürlich die Einkaufskosten. Aber oft ist der Lohnanteil am Endverkaufspreis gar nicht so hoch, so dass eine bessere Bezahlung nicht so stark Gewicht fällt.

Durch weitere Standards im Fairen Handel, z. B. zu nachhaltigen Anbaumethoden oder zum Ausschluss von ausbeuterischer Kinder- oder Zwangsarbeit, unterscheiden sich die Produktionskosten im Fairen Handel von denen im konventionellen Handel.

Zertifizierungen erhöhen die Transparenz, sind aber auch mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Fair-Handels-Importeure, also Händler, die zu 100 % im Fairen Handel tätig sind, sind meist kleine oder mittelständische Unternehmen, die insgesamt eine andere Kostenstruktur als große multinationale Unternehmen haben.

Warum es trotzdem nicht immer teuer sein muss

Fairer Handel ist Teil eines nachhaltigen Konsums. Erste Leitmaxime ist hierbei: Weniger ist mehr! Und Energiesparen, Abfallvermeidung und Recycling schaffen Spielräume, um an anderer Stelle auf hohe öko-soziale Standards setzen zu können.

Auch bei der Herstellung ist Nachhaltigkeit nicht immer teurer. Das hängt stark von dem konkreten Produkt und den Rahmenbedingungen ab. Es ist also nicht immer per sé teurer.

Fair gehandelten Kaffee gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäts- und Preissegmenten. Das gilt auch für viele andere fair gehandelte Produkte. Wer Preise vergleicht, sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Inzwischen gibt es auch in Supermärkten und Discountern viele günstige fair gehandelte Produkte.

Auf die einzelne Tasse Kaffee gerechnet, ist der Mehrpreis meist überschaubar. In der Außer-Haus-Verpflegung sind Energie- und Personalkosten im Vergleich zum Wareneinsatz oft von größerer Bedeutung.

In der öffentlichen Beschaffung kauft ein zentralisierter Wareneinkauf günstiger ein, als wenn in kleiner Stückzahl eingekauft wird.

Setz mit uns auf Fairen Handel, weil…

…es uns das wert ist!

…das, was seine Produkte ggf. teuer macht, gerade sein Mehrwert ist:

für Mensch & Umwelt!

Was den Fairen Handel ausmacht – seine 10 Grundsätze

Wie du Akzeptanz für höhere Preise schaffen kannst

PRAXISTIPP
Kommunikations- und Aktionspakete

Außerdem bieten Fairtrade Deutschland und die GEPA einen Außer-Haus-Service an mit Beratung, Informationen und Materialien. Nutz die Angebote, wie z. B. Tischaufsteller, Aufkleber und Aufhänger!

Und nicht vergessen: Auch kleine Schritte zählen!

Fairer Handel ist nicht nur was für Besserverdienende. Das stellen schon heute z. B. Jugendherbergen, Mensen oder auch Imbisse unter Beweis. Vielleicht stellst du nicht gleich alles um, aber greifst zumindest bei einzelnen Produkten zu fair gehandelten.

EINE WELT IM BLICK & FAIRER HANDEL

Für uns ist der Faire Handel ein wichtiger Impulsgeber für eine nachhaltige Entwicklung, globale Gerechtigkeit und partnerschaftlichen Handelns auf der Grundlage der Menschenrechte. I MEHR ERFAHREN

Themenspecial: Klima & Fair Trade

THEMENSPECIAL regional & fair – Nachhaltig kochen & geniessen!

Du möchtest klimafreundliches Essen auf dem Teller und ein faires Auskommen für die Erzeuger*innen? Eine gute Idee! Wir erklären, was der Faire Handel mit Klimaschutz zu tun hat und wie es in der Praxis gehen kann.

Die CO2-Bilanz eines Produktes

… lässt sich nicht auf den Transportweg reduzieren. Ebenso spielen z. B. Düngemitteleinsatz, Bodenbearbeitung, Lagerung, Verarbeitung oder Verpackung und das Transportmittel eine Rolle. So steht der neuseeländische Apfel im Vergleich zum deutschen ab Frühsommer tendenziell mit besserer CO2-Bilanz da. Wenn du mit dem Auto 6 km zum Supermarkt fährst, entspricht allein das schon der Hälfte der Schiffsemissionen für den Transport eines neuseeländischen Apfels. … o.k. meistens fährt du nicht nur für einen Apfel los. Aber du siehst: In die CO2-Bilanz finden viele Faktoren Eingang.

Ein wichtiger Aspekt sind auch die Landnutzungsänderungen, z. B. wenn Regenwald für Plantagen vernichtet wird. Sie sind große Treiber des Klimawandels. Um so wichtiger ist es, dass die lokale Bevölkerung mit nachhaltiger Landnutzung ein Auskommen findet. Übrigens: Biologisch erzeugte Lebensmittel sind in der Regel klimafreundlicher als konventionelle.

PRAXISTIPP: Infokarten für ein faires Klima-Frühstück

Der Faire Handel

…unterstützt Kleinbäuer*innen bei Anpassungen an den Klimawandel und dem Ausbau von klimafreundlichen Anbaumethoden. Wir brauchen weltweit eine Landwirtschaft, die auf Agrarökologie setzt, d. h. umwelt- und klimafreundlich ist und den Erzeuger*innen ein gutes Auskommen ermöglicht.


Wir betreiben hier dynamische Agroforst-wirtschaft, weil wir Kakao neben Bananen, Orangen und Mais in verschiedenen Zyklen anbauen.

Marisol Villar ist Kakaobäuerin und
Mitglied der Genossenschaft COOPROAGRO,
Partnerorganisation im Fairen Handel.
(Foto: GEPA – The Fair Trade Company)


Klimagerechtigkeit

…braucht Handelsgerechtigkeit! Menschen im Globalen Süden haben deutlich weniger zum Klimawandel beigetragen als wir im Globalen Norden mit unserem Lebensstil und unserer Wirtschaftsweise. Trotzdem sind sie schon heute besonders von der Klimakatastrophe betroffen, insbesondere Kleinbäuer*innen, deren Existenz durch Dürren, Überschwemmungen, Plagen und häufigeren Extremwetter bedroht ist. Der Faire Handel setzt sich auf vielfältige Weise für zukunftsfähigen Handel und Klimagerechtigkeit ein.

Fairer Handel – auch was für unsere Landwirtschaft?

Der Faire Handel entstand vor über 50 Jahren aus Protesten gegen unfairen Welthandel. Lange standen Produzent*innen im Globalen Süden im Fokus. Das Fairtrade-Siegel gibt es weiterhin nur für Produkte von ihnen. Aber längst gibt es auch Initiativen für den Globalen Norden. Die Naturland Fair-Zertifizierung steht z. B. auch Produzent*innen aus Deutschland offen, so gibt es inzwischen eine GEPA-Schokolade mit fair gehandelter Milch, Kakao und Zucker. Hintergrund ist, dass es auch bei uns in Deutschland und in der EU ausbeuterische Arbeitsplätze und unfaire Erzeugerpreise gibt, und es alternative Ansätze braucht.

Aber es gilt auch bei Produkten von hier: Achte auf verlässliche Gütesiegel des Fairen Handels. Mehr über die Grundsätze des Fairen Handels und verlässliche Erkennungszeichen findest du beim Forum Fairer Handel. Oder du baust selbst vertrauensvolle Handelspartnerschaften zu Lieferant*innen aus der Region auf, so wie es viele FEINHEIMISCH-Gastronom*innen tun.

Mit dem FEINHEIMISCH-Netzwerk teilen wir Anliegen wie z. B.

  • einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln
  • den Ursprung des Essens und die Menschen dahinter sichtbarer zu machen
  • transparente Lieferketten
PRAXISTIPP

Leckere Rezeptideen mit fairen Zutaten

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen zum Fairen Handel erscheint jedes Jahr ein tolles Rezeptheft. 2023 und 2024 stand die Faire Woche unter dem Motto “Fair. Und kein Grad mehr!” Die Hintergrundbroschüren bieten noch mehr Infos zu Fairem Handel & Klimagerechtigkeit. Alle Materialien findest du beim Forum Fairer Handel. Zur Fairen Woche im September gibt es immer neue Aktionsvorschläge. Sei auch du das nächste Mal dabei!

EINE WELT IM BLICK & FAIRER HANDEL

Für uns ist der Faire Handel ein wichtiger Impulsgeber für eine nachhaltige Entwicklung, globale Gerechtigkeit und partnerschaftlichen Handelns auf der Grundlage der Menschenrechte. I MEHR ERFAHREN

Von Gewürzblüten, Kakaoschoten und einem Traum

28. November 2024 I Aussergewöhnliche Fotoabende

Von Gewürzblüten, Kakaoschoten und einem Traum

Jutta Ulmer und Michael Wolfsheimer sind zwei offene und neugierige Menschen. Sie hören sich gerne Erzählungen und Geschichte an, entdecken neue Kulturen und deren Rituale. Und dokumentieren dabei einfühlsam das (Arbeits-)Leben ihrer Gastgeber*innen, zumeist Kleinbäuer*innen auf der ganzen Welt. In fünf verschiedenen Orten in Dithmarschen und Nordfriesland haben sie uns nun für je einen Abend mit auf ihre außergewöhnlichen Reisen genommen.

In Husum und Westerland gingen wir auf eine Weltreise zu Fair Trade Produzenten, Heiligtümern und Naturwundern, in Niebüll und Meldorf besuchten wir das Gewürzparadies Sri Lanka und in Heide fairführten sie uns mit Geschichten zum Kakao. Insgesamt haben uns über 130 Menschen begleitet – und hoffentlich auch inspirieren und motivieren lassen, nun ihrerseits den fairen Gedanken weiterzutragen.

Einzigartige Einblicke

Gemeinsam mit den beiden Foto-Journalisten besuchten wir den Zimt-Bauer Gammi Kumarachandra auf Sri Lanka, den bolivianischen Kakaobauern Roberto Garcias, Eva und Yoni Yanzaguano auf ihrer kleinen Bananen-Finca in Ecuador und die Korbflechterin Adukopoka Abolgabono im westafrikanischen Ghana. „Bauern und Kunsthandwerkerinnen gewährten uns einzigartige Einblicke in ihr alltägliches Leben. Wir dürften fotografieren, wie sie in akribischer Handarbeit Genussmittel und Gebrauchsgegenstände herstellen, die wir hierzulande tagtäglich völlig selbstverständlich konsumieren und verwenden“, ist Jutta Ulmer immer wieder aufs Neue begeistert.

Verbindendes Element: Fairer Handel

Bei aller räumlichen Distanz gibt es eine Verbindung zwischen ihren weltweiten Gastgeber*innen: Sie sind Teil der internationalen Fair Trade-Bewegung. Viele Lebensmittel werden weltweit vor allem von Kleinbäuer*innen angebaut, die selbst oft in Armut leben. Denn der globale Handel etwa mit Gewürzen oder Kakao liegt in den Händen von nur wenigen Konzernen, die auch die Preise bestimmen. Im Kaffee- und vor allem im Kakaoanbau ist zudem ausbeuterische Kinderarbeit immer noch weit verbreitet.

Eine Alternative und Chance zugleich bietet da der Faire Handel. Mit außergewöhnlichen Fotos berichtet das weitgereiste Duo wie er im Globalen Süden und Norden wirkt. „Als in der Kooperative die Idee einer eigenen Zuckerfabrik entstand, war ich skeptisch. In Paraguay gehören die Raffinerien den Reichen und nicht armen Zuckerrohrbauern. Es war nicht immer einfach, aber wir konnten unseren Traum verwirklichen“, berichtet die Zuckerbäuerin Olga Zaracho Salvioni stolz.

Fairer Kakao aus Ecuador +
Fairer Zucker aus Paraguay +
Faire Milch aus dem Allgäu =
Faire Schokolade

Plädoyer für eine gerechtere, friedlichere und menschlichere Welt

Mit ihren grandiosen Bildern, den feinsinnigen Erzählungen und stimmungsvollen Musikpassagen gelingt Jutta Ulmer und Michael Wolfsheimer etwas ganz besonderes: sie verweben ihre persönliche Reiseerlebnisse mit dem Alltagsleben der Produzent*innen zu einem unterhaltsames Plädoyer für eine gerechtere, friedlichere und menschlichere Welt.

Alte und neue Partner*innen

Wir möchten uns ganz herzlich bei all den lokalen Partner*innen für die prima Zusammenarbeit bedanken. Ohne sie wäre die Nordtour von lobOlmo nicht zustande gekommen! Besonders gefreut hat uns dabei, dass wir mit der Multivisionsshow erstmals den Gedanken des Fairen Handels auch auf die Insel Sylt haben tragen können. Wir hoffen, Westerland bleibt auch in Zukunft Teil von fair am meer.

Denn Publikum, die lokalen Partner*innen und wir waren uns einig: in 2025 soll es ein Wiedersehen mit Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner geben.

alle Fotos auf dieser Seite: lobOlmo