Faire Woche in Heide

Die Faire Woche 2020, die bundesweite Aktionswoche zum Fairen Handel, beschäftigt sich in diesem Jahr unter dem Motto „Fair statt mehr“ mit der Frage, wie ein gutes Leben für möglichst viele Menschen erreicht werden kann. Hier und im Globalen Süden, von wo zahlreiche Produkte und Rohstoffe für unseren Alltag herkommen.

Der tägliche Blick in die Zeitung macht mehr als deutlich, dass unser derzeitiges Wirtschaften und Konsumieren alles andere als nachhaltig sind. Jedes Jahr erreichen wir den „Erdüberlastungstag“ früher. Wir verbrauchen also immer schneller die natürlichen Ressourcen. Zudem sind wieder fast 1 Milliarde Menschen von Hunger bedroht. Armut, Klimawandel sowie Artensterben gefährden unsere Lebensgrundlage und wachsende soziale Spannungen bedrohen in vielen Ländern die Demokratie.

„Damit ist das aktuelle System nicht zukunftsfähig. Und wie so häufig sind es die Menschen im Globalen Süden, die am stärksten von den Folgen betroffen sind“, sagt Marco Klemmt, Fachpromotor für zukunftsfähiges Wirtschaften vom Verein Eine Welt im Blick und Mitorganisator der Fairen Woche in Heide. Diese Krisen werden aktuell durch die Corona-Pandemie noch verstärkt.

Auf dem Weg zu einem guten leben.
Der Faire Handel stellt seit 50 Jahren die Menschen in den Mittelpunkt, die durch politische, ökonomische oder andere Faktoren benachteiligt werden und trägt dazu bei, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu schaffen. In der aktuellen Krise zeigt der Faire Handel zudem, dass ein solidarischer Umgang mit Handelspartnern am Anfang der Lieferkette möglich und dringend erforderlich ist. Auf dem Weg zu einem guten Leben müssen daher sowohl die Produktions- als auch die Konsummuster auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft werden – so, wie es auch die Vereinten Nationen in Ziel 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) fordern.

„Trotz aller negativen Auswirkungen bietet die Corona-Pandemie die große Chance, unser Konsumverhalten und unser Wirtschaftssystem zu hinterfragen. Der Maßstab darf nicht mehr sein, was wir uns vermeintlich leisten können, sondern was die ökologische Belastbarkeit der Erde zulässt und was die soziale und ökonomische Gerechtigkeit weltweit voranbringt – damit alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, ein gutes Leben zu führen“, ist Marlies Rattay, die Vorsitzende vom Weltladen Heide, überzeugt.

Fairtrade-Stadt Heide
Heide ist seit 2014 Fairtrade-Stadt und strebt gerade die wiederholte Anerkennung an. Für die Steuerungsgruppe ist die Faire Woche der richtige Anlass, sich gemeinsam zu fragen, wie Produktions- und Konsummuster aussehen müssen, damit sie nicht zu Lasten von Mensch und Natur gehen? Was der Faire Handel dabei leisten kann und was vor allem jede*r einzelne von uns dazu beitragen kann.

„Wir möchten mit unseren Veranstaltungen dazu einladen, diese Fragen zu besprechen und während der Fairen Woche Antworten zu finden“, erklärt Andreas Münch, Sprecher der Lokalen Agenda 21. „Denn schon heute gibt es eine Vielzahl an Menschen und Initiativen, die sich aufgemacht haben, andere Formen des Wirtschaftens zu gestalten und zu leben. Mit der Fairen Woche geht es uns darum, diese neuen Ansätze bekannter zu machen, Vernetzungen anzuregen und Lust zu machen, neue Wege auszuprobieren.“

„FAIR STATT MEHR“ – Das Programm für Heide.